Reuzel im Marken-Check: Pomaden aus Rotterdam
Ein grinsendes Schwein auf der Dose, kräftige Farben und ein unverkennbar rauer Barbershop-Charme: Reuzel ist eine dieser Marken, die man auf den ersten Blick wiedererkennt. Hinter dem tätowierten Look steckt jedoch mehr als nur ein cooles Image – nämlich echtes Barbierhandwerk aus Rotterdam und Pomaden, die im Styling halten, was das Etikett verspricht.
Reuzel hat maßgeblich dazu beigetragen, die klassische Pomade zurück in die Badezimmer und auf die Köpfe einer neuen Generation zu bringen. Ob glänzender Sidecut, akkurater Pompadour oder lässig strukturierter Crop: Mit den richtigen Produkten aus dem Reuzel-Regal lässt sich fast jeder Old-School- und Moderne-Look umsetzen. Kein Wunder, dass die Marke in Barbershops weltweit einen festen Platz hat.
In diesem Marken-Check schauen wir hinter die Kulissen: Woher kommt Reuzel, was hat es mit dem Schwein auf sich, und wie ist das umfangreiche Pomaden-Sortiment eigentlich aufgebaut? Wir klären den wichtigen Unterschied zwischen wasser- und ölbasierten Produkten, werfen einen Blick auf die Bartpflege und geben praktische Styling-Tipps. Am Ende wissen Sie genau, welche Reuzel-Dose zu Ihrem Haar und Ihrem Look passt.
Von Schorem in die Welt: die Geschichte hinter Reuzel
Die Geschichte von Reuzel beginnt in einem Barbershop in Rotterdam. Dort eröffneten die Barbiere Leen und Bertus ihren Laden namens Schorem – einen kompromisslos altmodischen Herrenfriseur, in dem nur klassische Schnitte und Rasuren angeboten werden. Der Laden wurde schnell zur Institution und zog Barber-Fans aus aller Welt an. Aus dem Wunsch, ihren Kunden Pomaden in gleichbleibend hoher Qualität anzubieten, entstand schließlich die eigene Marke.
Der Name ist Programm: „Reuzel" ist das niederländische Wort für Schweineschmalz – eine augenzwinkernde Anspielung auf die fettigen Pomaden alter Schule und der Grund für das ikonische Schwein im Logo. Von Anfang an stand die Marke für authentisches Barbierwissen aus der Praxis, nicht für Marketing am grünen Tisch. Genau diese Glaubwürdigkeit hat Reuzel seinen Kultstatus eingebracht.
Heute umfasst das Reuzel-Sortiment bei Barberkosmetik weit mehr als die ersten Pomaden: von wasser- und ölbasierten Stylingprodukten über Bartpflege bis zu Shampoos und einem eigenen Herrenduft. Der rebellische Grundcharakter ist dabei stets erhalten geblieben – Barbierhandwerk, verpackt mit einer ordentlichen Portion Rock ’n’ Roll.
Das Farbsystem der Pomaden
Wer zum ersten Mal vor dem Reuzel-Regal steht, kann von der Farbvielfalt leicht überfordert sein. Doch hinter den Dosen steckt ein durchdachtes System: Jede Farbe steht für eine bestimmte Kombination aus Halt, Glanz und Basis. Hat man das Prinzip verstanden, ist die Auswahl ein Kinderspiel.
- Pink (Heavy Grease): ölbasiert, sehr starker Halt, hoher Glanz – die klassische fettige Pomade für glänzende Old-School-Looks.
- Grün (Green Grease): ölbasiert, extra starker Halt, hoher Glanz – für kräftiges Haar und maximale Kontrolle.
- Rot (Red Water Soluble): wasserbasiert, mittlerer bis fester Halt, seidiger Glanz – lässt sich leicht auswaschen.
- Blau (Blue Strong Hold): wasserbasiert, starker Halt, mittlerer Glanz – der Allrounder für den Alltag.
- Clay Matte & Fiber: wasserbasiert und matt, für natürlich wirkende, strukturierte Looks ohne Glanz.
Die große Auswahl an Halt- und Glanzstufen ist einer der Gründe, warum Reuzel so beliebt ist: Vom spiegelnden Pompadour bis zum matten, unfrisiert wirkenden Crop deckt die Marke praktisch jeden aktuellen und klassischen Männer-Look ab. Einen vollständigen Überblick über die verschiedenen Texturen bietet die Kategorie Pomade, in der sich die einzelnen Varianten direkt vergleichen lassen.
Wasserbasiert oder ölbasiert? Der entscheidende Unterschied
Die wichtigste Entscheidung beim Pomadenkauf ist nicht die Farbe, sondern die Basis. Ölbasierte und wasserbasierte Pomaden verhalten sich grundlegend verschieden – im Styling wie beim Auswaschen. Wer diesen Unterschied kennt, vermeidet die häufigste Enttäuschung: eine Pomade, die sich abends kaum mehr aus dem Haar bekommen lässt.
| Eigenschaft | Ölbasiert (Grease) | Wasserbasiert (Water Soluble) |
|---|---|---|
| Glanz | Hoch, langanhaltend | Mittel bis hoch |
| Halt über den Tag | Bleibt formbar, „reworkable" | Trocknet fester ein |
| Auswaschen | Aufwendig, oft mehrere Wäschen | Leicht mit Wasser |
| Typischer Look | Glänzend, Old School | Alltagstauglich, modern |
Ölbasierte Pomaden wie die pinke oder grüne Variante liefern den authentischen, spiegelnden Glanz vergangener Jahrzehnte und lassen sich den ganzen Tag über neu in Form bringen. Der Preis dafür: Sie sind hartnäckig und benötigen zum Auswaschen ein gutes Shampoo und etwas Geduld. Wasserbasierte Pomaden hingegen trocknen fester ein, halten die Frisur zuverlässig an ihrem Platz und verschwinden abends unkompliziert unter der Dusche. Für Einsteiger sind sie deshalb meist die bessere erste Wahl.
Wer den echten Old-School-Glanz sucht, kommt an ihr kaum vorbei: Die Reuzel Haarpomade Pink Heavy Grease 95g ist ölbasiert, bietet starken Halt und hohen Glanz – und bleibt dabei den ganzen Tag formbar. Jetzt bei Barberkosmetik entdecken.
Styling-Tipps: So gelingt der Look
Die beste Pomade nützt wenig ohne die richtige Technik. Mit ein paar Grundregeln holen Sie aus jedem Produkt das Maximum heraus – und vermeiden die typischen Anfängerfehler wie überladenes, plattes oder fettig wirkendes Haar.
Die richtige Menge
Weniger ist mehr. Beginnen Sie mit einer erbsengroßen Menge, verreiben Sie sie gründlich zwischen den Handflächen, bis sie warm und geschmeidig ist, und arbeiten Sie sie erst dann ins Haar ein. Nachlegen können Sie immer noch – zu viel Produkt lässt sich hingegen kaum korrigieren.
Trockenes oder feuchtes Haar?
Ölbasierte Pomaden entfalten sich gut in handtuchtrockenem Haar. Wasserbasierte Produkte lassen sich sowohl in feuchtem als auch in trockenem Haar verarbeiten – in feuchtem Haar erzielen Sie mehr Glanz und Halt, in trockenem eher eine mattere, texturierte Optik. Für Volumen föhnen Sie das Haar vor, für flache, glänzende Looks arbeiten Sie es feucht.
Werkzeug
Ein grober Kamm sorgt für klassische, definierte Scheitel und den typischen Pompadour, die Finger für lässige, natürliche Strukturen. Für den letzten Schliff hilft ein Föhn, um Volumen und Form zu fixieren, bevor die Pomade vollständig durchgezogen ist.
Schritt für Schritt zum Pompadour
Der Pompadour ist der Signature-Look der Pomade – und mit Reuzel gut umsetzbar. So gehen Sie vor:
- Haar waschen und handtuchtrocken rubbeln, sodass es nur noch leicht feucht ist.
- Mit einem Grooming Tonic oder etwas Wasser die Basis anfeuchten und das Haar mit dem Föhn nach oben und hinten föhnen, um Volumen im Ansatz aufzubauen.
- Eine erbsengroße Menge Pomade zwischen den Handflächen erwärmen, bis sie geschmeidig ist.
- Gleichmäßig von hinten nach vorn ins Haar einarbeiten, ohne die Wurzeln zu beschweren.
- Mit einem groben Kamm die Form ziehen: die Seiten nach hinten, das Deckhaar nach oben und hinten für das typische Volumen.
- Bei ölbasierten Pomaden mit den Fingern nachformen; bei wasserbasierten Varianten trocknet die Form von selbst fester ein.
Für einen matten Sidecrop ersetzen Sie die glänzende Pomade einfach durch ein Clay- oder Fiber-Produkt und arbeiten mit den Fingern statt mit dem Kamm – so entsteht mehr Textur bei bewusst weniger Definition.
Über die Pomade hinaus: das erweiterte Styling-Sortiment
Reuzel ist längst nicht mehr nur eine Pomadenmarke. Rund um die klassischen Dosen ist ein ganzes Universum an Stylingprodukten entstanden, das auch Looks abdeckt, für die eine reine Pomade nicht die ideale Grundlage ist.
- Grooming Tonic: ein Spray, das dem Haar Griffigkeit, Volumen und Textur verleiht – ideal als Vorstyling vor dem Föhnen oder als leichte Basis unter einer Pomade.
- Surf Tonic: ein texturierendes Spray für den lässigen „Beach-Look" mit natürlicher Struktur und mattem Finish.
- Fiber Cream: eine cremige Textur mit mittlerem Halt und geringem Glanz für flexible, natürlich wirkende Frisuren.
- Clay Spray: flüssiger Lehm aus der Sprühflasche, der Volumen und mattierte Struktur bringt, ohne zu beschweren.
- Texture Powder: ein Puder, das feinem Haar sofort Volumen und Griff verleiht – einfach in den Ansatz einarbeiten.
Diese Produkte lassen sich hervorragend kombinieren: Ein Grooming Tonic als Basis, darüber eine Pomade für den Halt – so entstehen langlebige Frisuren mit Volumen und Definition. Wer experimentierfreudig ist, findet in diesem Baukasten für nahezu jede Haarstruktur die passende Lösung.
Häufige Fehler beim Pomade-Styling
- Zu viel Produkt: Der häufigste Fehler. Eine Überdosis beschwert das Haar, lässt es fettig wirken und ist kaum zu korrigieren. Lieber wenig nehmen und nachlegen.
- Nicht verrieben: Wer die Pomade nicht gründlich zwischen den Handflächen erwärmt, verteilt sie ungleichmäßig und erzeugt Klumpen.
- Falsche Basis gewählt: Eine ölbasierte Grease-Pomade in feinem Haar wirkt schnell strähnig; hier ist eine wasserbasierte oder matte Variante meist die bessere Wahl.
- Ölpomade nicht richtig ausgewaschen: Rückstände über mehrere Tage belasten Haar und Kopfhaut. Ein klärendes Shampoo gehört zur Routine dazu.
- Ohne Vorstyling gearbeitet: Gerade bei Volumen-Looks lohnt sich ein Tonic oder das Anföhnen, bevor die Pomade ins Spiel kommt.
Reuzel für den Bart
Reuzel denkt nicht nur an den Kopf: Auch für den Bart gibt es eine eigene Produktwelt. Bartbalsam, Bartöl und Bartschaum pflegen die Gesichtsbehaarung, halten sie geschmeidig und beugen Juckreiz sowie Bartschuppen vor. Für den gezwirbelten Schnurrbart steht zudem ein Schnurrbartwachs („The Stache") bereit, das auch feinen Enden Struktur gibt.
Wer Kopf und Bart aufeinander abstimmen möchte, findet im Bereich Bartpflege die passenden Produkte – von der leichten Pflege bis zum stylenden Wachs. Besonders praktisch für den täglichen Gebrauch ist ein guter Bartbalsam, der pflegt und zugleich leichten Halt gibt; eine Auswahl bündelt die Kategorie Bartbalsam. So bleibt der Bart nicht nur gepflegt, sondern auch in Form.
Pflege drumherum: Shampoo und Duft
Damit die Pomade optimal wirkt und sich das Haar gesund anfühlt, gehört die richtige Reinigung dazu. Reuzel bietet eigene Shampoos an – vom klärenden Scrub-Shampoo, das ölbasierte Pomaden zuverlässig herauswäscht, bis zum milden Produkt für die tägliche Anwendung. Gerade wer regelmäßig Grease-Pomaden verwendet, sollte auf ein gründliches Shampoo setzen, um Rückstände und Produktreste vollständig zu entfernen.
Ergänzend gibt es einen Conditioner für die tägliche Anwendung sowie ein Scrub-Shampoo mit reinigenden Partikeln, das die Kopfhaut von Talg und Ablagerungen befreit. Gerade bei täglichem Pomadengebrauch ist die richtige Balance wichtig: Zu seltenes Waschen lässt Rückstände zurück, zu aggressives Reinigen trocknet Haut und Haar aus. Ein mildes Shampoo für den Alltag und ein klärendes Produkt für die gründliche Wäsche ein- bis zweimal pro Woche sind für die meisten die passende Kombination. So bleibt das Haar aufnahmefähig für die nächste Portion Pomade und fühlt sich zugleich gesund und griffig an.
Abgerundet wird das Sortiment durch einen eigenen Herrenduft, der den würzig-frischen Charakter der Marke aufgreift. So lässt sich der Reuzel-Stil von der Haarpflege über den Bart bis zum Duft konsequent durchziehen. Weitere Ideen für die tägliche Pflegeroutine finden Sie außerdem in unserem Bereich Herrenpflege.
Für wen eignet sich Reuzel?
Reuzel spricht in erster Linie Männer an, die einen klassischen oder modernen Barber-Look selbst zu Hause umsetzen wollen und dabei Wert auf Produkte aus echter Barbierpraxis legen. Besonders gut aufgehoben sind mit der Marke:
- Fans des Old-School-Looks: Die ölbasierten Grease-Pomaden liefern den authentischen, spiegelnden Glanz für Pompadour und Sidecut.
- Alltagsstyler: Die wasserbasierten Varianten halten zuverlässig, lassen sich leicht auswaschen und sind unkompliziert im Handling.
- Freunde matter Looks: Clay- und Fiber-Produkte erzeugen strukturierte, natürlich wirkende Frisuren ohne Glanz.
- Bartträger: Die eigene Bartpflege-Linie stimmt Kopf und Gesicht stilistisch aufeinander ab.
Wer dagegen betont dezente, geruchsneutrale Pflege ohne markantes Image sucht, findet bei klassisch-zurückhaltenden Marken vielleicht die passendere Wahl. Als charakterstarkes, praxiserprobtes Styling-System mit Kultstatus ist Reuzel jedoch schwer zu schlagen – und ein idealer Einstieg in die Welt der Pomaden.
Häufige Fragen
Was bedeutet der Name Reuzel?
„Reuzel" ist Niederländisch und bedeutet Schweineschmalz. Der Name spielt augenzwinkernd auf die klassischen, fetthaltigen Pomaden an und erklärt zugleich das Schwein im Markenlogo. Gegründet wurde die Marke von den Barbieren des Rotterdamer Barbershops Schorem.
Ist eine wasser- oder ölbasierte Reuzel-Pomade besser?
Das hängt vom gewünschten Ergebnis ab. Ölbasierte Pomaden bieten mehr Glanz und bleiben den ganzen Tag formbar, sind aber schwerer auszuwaschen. Wasserbasierte Pomaden trocknen fester ein, halten die Frisur zuverlässig und lassen sich leicht mit Wasser entfernen. Für Einsteiger sind wasserbasierte Varianten meist die unkompliziertere Wahl.
Wie bekomme ich ölbasierte Pomade wieder aus dem Haar?
Ölbasierte Pomaden benötigen ein gründliches, klärendes Shampoo. Ein bewährter Trick: das Shampoo zunächst ins trockene oder nur leicht feuchte Haar einarbeiten, bevor Sie Wasser hinzugeben – so bindet es das Öl besser. Bei starkem Halt sind gelegentlich zwei Waschgänge nötig.
Für welche Frisuren eignet sich Reuzel?
Das Sortiment deckt nahezu jeden Männer-Look ab: glänzende Pompadours und Sidecuts mit den ölbasierten Grease-Pomaden, alltagstaugliche Styles mit den wasserbasierten Varianten und matte, natürlich wirkende Crops mit den Clay- und Fiber-Produkten. Über die verschiedenen Halt- und Glanzstufen lässt sich der Look fein steuern.
Bietet Reuzel auch Produkte für den Bart an?
Ja. Neben den Pomaden umfasst das Sortiment eine eigene Bartpflege-Linie mit Bartöl, Bartbalsam, Bartschaum und Schnurrbartwachs. Damit lässt sich die Pflege von Kopfhaar und Bart stilistisch und pflegetechnisch aufeinander abstimmen.